Täterprogramm zum Training
gegen häusliche Gewalt
Konflikte
anders lösen (lernen) ! Keine Gewalt!
-ein
in psycho-soziales Trainingsprogramm -
Das
Problem:
Konflikte zwischen Menschen führen bekanntermaßen
mitunter zu Streit und gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Meist geschieht dies mehr oder weniger spontan, wenn der
eine oder andere, manchmal auch beide, zur Durchsetzung
eigener Interessen oder zur Unterstreichung persönlicher
Motive und Positionen aggressiv und handgreiflich wird.
Das folgende Programm beabsichtigt diesem Prozess Einhalt
zu gebieten, indem es für Männer, die Gewalt ausübten,
Raum und Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit ihrem (Fehl-)Verhalten
– einschließlich dazugehöriger Denk- und
Empfindungsweisen – bietet.
Das Programm: „KONFLIKTE ANDERS
LÖSEN LERNEN“
Das soziale Trainingsprogramm für Gewalt ausübende
Männer ist Bestandteil des Freiburger Interventionsprojekt
gegen häusliche Gewalt FRIG und dadurch eingegliedert
in ein Ensemble verschiedener staatlich-sanktionierender
und privater Maßnahmen zum Schutz gewaltbetroffener
Frauen sowie zur Inverantwortungnahme der männlichen
Täter.
Die Teilnahme am Kurs erfolgt aufgrund behördlicher
Anordnung im Rahmen strafprozessualer bzw. gerichtlicher
Verfahren, aufgrund behördlicher Empfehlungen oder
auf freiwilliger Basis.
Das Programm umfasst z. Zt. sowohl einzel- bzw. individual-orientierte
Maßnahmen als auch Gruppenangebote. In der Regel findet
ein Kurs nach Vorgesprächen an 12 Abenden zu jeweils
2 Stunden in der Kleingruppe statt. Der Kurs wird von einer
männlichen und einer weiblichen Fachkraft (Dipl.-Psych.)
geleitet.
Das Programm wurde sowohl eigen- wie im Rahmen einer bundesweiten
Studie von der WIBIG evaluiert.
Kooperation
mit Freiburger Interventionsprojekt gegen häusliche
Gewalt (www.frig-freiburg.de) 79104 Freiburg / Wölfflinstr.
4 / Tel.: 0761/8973520
ZIELGRUPPE:
Das Programm richtet sich an:
-> Männer, die im häuslichen
bzw. privaten Umfeld Gewalt ausgeübt haben gegenüber
PartnerInnen, Kindern oder beiden.
-> Männer, die im Rahmen
des „Interventionsprojekts“ durch behördliche
Instanzen zugewiesen werden.
-> Männer, bei denen
aufgrund gewalttätiger Auseinandersetzung(en) die Paarbeziehung
in Frage steht.
KURSINHALTE:
Der Kurs gliedert sich grob in drei Einheiten, von denen
die erste sich auseinander setzt mit verschiedenen Aspekten
von Gewalt allgemein sowie dem jeweiligen aktuellen persönlichen
Gewaltverhalten und was sich an Ursachen bzw. Anlässen
dahinter verbirgt. Im zweiten Abschnitt werden die Möglichkeiten
anderer, alternativer Verhaltensweisen für konflikt-
bzw. gewaltgeneigte Situationen herausgearbeitet und die
motivationalen Vorausetzungen bzw. Bereitschaft für
deren Anwendung geschaffen werden.
In einer dritten Einheit sollen verstärkt und je nach
Bedarf neue Verhaltenstechniken erprobt und die Möglichkeiten
ihrer Anwendung verbessert werden.
Didaktisch wechseln Gesprächsrunden, Erläuterungen
über inhaltlich-theoretische Zusammenhänge und
Problemerörterung durch die Gruppenleiter sowie individuelle
Bearbeitung von Teilaspekten.
VORAUSSETZUNG:
- Männer, die über genügende Deutschkenntnisse
verfügen, um dem Kurs inhaltlich folgen zu können.
- Männer, die bereit sind, den Kurs vollumfänglich
zu absolvieren und sich an den Kosten zu beteiligen. „KONFLIKTE
ANDERS LÖSEN (LERNEN)“
wurde durch Mittel der Landestiftung Baden-Württemberg
gefördert.
ZIELE:
Die Teilnehmer sollen ihr Verhalten analysieren und erkennen
lernen, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, sich in
Partnerschaft und Familie gewaltfrei zu verhalten, sowie
die hierfür notwendigen Voraussetzungen erwerben.
Das Programm ist ein Appell an die Teilnehmer, eigene, sozial
kompetentere Ressourcen zu aktivieren, um Konflikte anders
als bisher zu lösen, um eine partnerschaftliche Beziehung
leben zu können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit,
im Anschluss an den Kurs gemeinsam mit dem/der Partner/in
die Kenntnisse im Rahmen einer Paartherapie zu vertiefen.
Die Beratungsstelle bietet auch ein Training an für
Frauen, Paare und bei Gewalt gegenüber Kindern.